Dachbegrünung (Gründach) die ökologische Ausgleichsfläche

Wo neu gebaut wird, lässt sich mit einem Gründach ein Stück verloren gegangener Natur zurückgewinnen.

Gründächer werten Gebäude entscheidend auf und bieten eine Reihe ökologischer Vorteile:

  • Sie speichern Regenwasser und verzögern den Abfluss
  • Sie verbessern den Wärme- und Schallschutz
  • Sie schützen die Dachabdichtung vor Temperaturextremen, UV-Strahlung, mechanischer Beschädigung und verlängern so deren Lebenserwartung
  • Sie verbessern das Mikroklima durch Staubbindung, Temperaturausgleich, Luftfeuchtigkeitsregelung
  • Sie schaffen Ersatz-Lebensräume für Pflanzen und Tiere


Viele Gemeinden erkennen Gründächer als ökologische Ausgleichsflächen und als »Entsiegelungsmaßnahme« im Zuge ökologischer Regenwasserbewirtschaftung an. Damit lassen sich Abwasser- und Kanalgebühren senken.

Jedes Gründach besteht aus 2 Komponenten:

  • Dem Dachaufbau, der die baukonstruktiven Anforderungen an das Dach erfüllen.
  • Dem Grünaufbau, der die Voraussetzungen dafür zu schaffen hat, dass das Begrünungsziel erreicht und dauerhaft gesichert werden kann.


Unterschieden werden bei der Begrünung von Dächern Intensivbegrünungen – die Substratstärke beträgt mindestens 30 cm, der Bewuchs sind Stauden, Gehölze und Rasenflächen – und Extensivbegrünungen mit einer Substratstärke von 3 bis 15 cm und bewachsen mit Moos, Sukkulenten, Kräutern und Gräsern.

Welche Pflanzen auf das Dach kommen, hängt nicht nur vom eigenen Geschmack ab. Dächer sind Extremstandorte. Schattige, sonnige, regenreiche und regenarme Standorte sind jeweils für andere Pflanzenarten besser geeignet. Unterschiedliche Pflanzen erzielen unterschiedliche Wirkung, Rasendächer isolieren besser gegen Wärme und Moosdächer bilden gute Sekundärbiotope.

Anhand nachfolgender Punkte können Sie prüfen, ob Ihr Dach alle Voraussetzungen für eine Begrünung erfüllt:

  1. Statik: Ist die Konstruktion für das zusätzliche Flächengewicht ausgelegt?

  2. Durchwurzelungsschutz: Die vorhandene Abdichtung muss durchwurzelungsfest nach FLL sein, ansonsten muss ein separater Wurzelschutz verlegt werden.

  3. Dachneigung: Die meisten Gründach-Pakete eignen sich für Flächen bis 10º Dachneigung.
  4. Dachrand: Die übliche Aufbauhöhe beträgt 10 cm. So hoch sollte der Dachrand mindestens sein. Soll die Begrünung nach den Flachdachrichtlinien ausgeführt werden, sind die Anforderungen der Richtlinien an die Anschlusshöhen zu berücksichtigen.

  5. Dachentwässerung: Dachabläufe müssen auch nach der Begrünung zur Kontrolle und Wartung frei zugänglich sein. Als einfache Lösung kann der Ablauf dazu mit Grobkies eingefasst werden. Optimal wäre die Verwendung eines Kontrollschachtes, wenn der Ablauf mindestens 20 cm vom Dachrand entfernt ist.

  6. Standortbedingungen: Sonnige Standorte sind am besten geeignet, aber auch für schattige Standorte ist ein spezielles Pflanzsortiment erhältlich.

  7. Wasserversorgung: Unter Dachüberständen oder im Regenschatten von angrenzenden Fassaden muss auch eine Extensivbegrünung regelmäßig bewässert werden. In solchen Bereichen sollte deshalb nicht begrünt, sondern statt dessen Kies aufgebracht werden.