Brettschichtholz flexibel und innovativ

Was ist Brettschichtholz?

Brettschichtholz (auch als BS-Holz oder BSH bezeichnet) ist ein industriell gefertigtes Produkt für tragende Konstruktionen. Seinen Einsatz findet es vorwiegend im Carport-, Wintergarten- und Wohnhausbau sowie in sämtlichen Bereichen des Hallenbaus.

Brettschichtholz besteht aus mindestens drei breitseitig, faserparallel miteinander verleimten, getrockneten Brettern oder Brettlamellen aus Nadelholz. Es ist infolge der Festigkeitssortierung des Ausgangsmaterials und der Homogenisierung durch schichtweisen Aufbau vergütet.

Neben einfachen, geraden Bauteilen sind Formen mit variabler Höhe und/oder einfacher Krümmung üblich. In älteren Publikationen wird Brettschichtholz auch als Leimbinder, Leimholz, Leimbalken oder Hetzerträger bezeichnet. Bei der Herstellung werden Bretter mit Dicken bis zu 40 mm zunächst technisch auf eine Holzfeuchte von etwa 10% getrocknet und danach vorgehobelt. Die getrockneten Bretter werden visuell, zunehmend auch maschinell, nach der Festigkeit sortiert.

Durch das Einfräsen von an den Enden der Lamellen ineinander greifenden, zinkenförmigen Profilen (Keilzinkung) werden die einzelnen Bretter in Längsrichtung zu im Prinzip beliebig langen Lamellen gestoßen und unter Druck verleimt. So ist die rationelle Herstellung einer theoretisch endlosen Lamelle möglich.

Die Lamellen werden auf die geforderte Länge gekappt, gehobelt, beleimt und aufeinander geschichtet. Das so entstandene Brettschichtholzbauteil härtet dann unter Druck aus. Für die Verleimung werden hauptsächlich Melaminharzleime eingesetzt. Je nach Anwendungsgebiet können aber auch Harnstoffharzoder Resorcinharzleime eingesetzt werden.

Im Anschluss an die Verleimung werden die Binder allseitig gehobelt. Außerdem werden die Fehlstellen im Holz behoben, so dass eine für den sichtbaren Einsatz ansprechende Oberflächenqualität erzielt wird. Werden keine Ansprüche an die Optik gestellt, so kann auch eine Industriequalität hergestellt werden. Durch Trocknung, Homogenisierung und Festigkeitssortierung entsteht ein Produkt, das formstabil ist und im Vergleich zu Vollholz eine geringere Rissbildung aufweist.

Es kann bis zu 80% höher beansprucht werden als übliches Bauschnittholz. Da die Einzellamellen vor dem Verleimen leicht formbar sind, kann man mit relativ geringem Aufwand gekrümmte Bauteile herstellen.