Top 10 der häufigsten Baumängel beim Hausbau

Der Bau des eigenen Hauses ist in den meisten Fällen eine einmalige Sache - sowohl emotional als auch finanziell betrachtet. Um so schlimmer ist es, wenn unvorhergesehene Baumängel zu großem Ärger beim Bau des Traumhauses führen. Mit einer baubegleitenden Qualitätskontrolle durch unabhängige Bausachverständige können Bauherren die Qualität beim Hausbau sichern und sich vor solchen Baumängeln schützen.

90 Prozent der Baumängel entstehen bei Neubauten während der Verarbeitung der unterschiedlichen Baustoffe. Um künftige Bauherren über mögliche Baumängel beim Hausbau aufmerksam zu machen, hat der Verein zur Qualitäts-Controlle am Bau e.V. eine Liste mit den Top 10 der häufigsten Baumängel veröffentlicht.

1. Risse im Putz und Mauerwerk
Heute übliche Baustoffe sind in ihren Eigenschaften wie Festigkeit und Wärmedämmverhalten so ausgereizt, dass sie keine Fehler in der Verarbeitung oder Zusammenstellung mit anderen Materialien zulassen. Allerdings benötigen diese Baustoffe ein hohes Maß an Verarbeitungsqualität. Ist diese nicht vorhanden, führt das unweigerlich zu Baumängeln wie Rissen in Putz und Mauerwerk.

2. Durchfeuchtung von Fensterlaibungen

Fenster und Außenputz bilden die Wetterschutzhülle des Hauses. Werden hier die Anschlussdetails nicht sauber ausgeführt, können Wind und Regen ungehindert eindringen und treten an den Innenflächen in Form nasser Flecken wieder hervor, was - im schlimmsten Fall - zu Schimmelbildung führen kann.

3. Undichtigkeiten in der Dampfsperre

Eine Dampfsperre schützt dahinter liegende Bauteile vor dem schädlichen Einfluss von Feuchtigkeit in der Luft. Leckagen in der Dampfsperre haben in vielen Fällen gravierende Konsequenzen: Wenn die Feuchtigkeit mit der durchströmenden warmen Luft in die Bauteile eindringt, kühlt die Luft ab. Der enthaltene Wasserdampf kondensiert und kann ebenfalls zu Schäden im Mauerwerk oder gar zu Schimmel im Haus führen.

4. Bodeneinschubtreppe falsch eingebaut
Eine falsch eingebaute Bodeneinschubtreppe ist im Prinzip eine große Leckage in der Dampfbremse. Auch hier sind die Folgen verminderter Wärmeschutz und Schimmelbefall.

5. Nichtentlüfteter Spitzboden
Im Spitzboden sammelt sich besonders kurz nach Errichtung des Hauses viel Feuchtigkeit aus den darunter liegenden Geschossen an. Wird diese nicht durch eine ausreichende Lüftung beseitigt, führt das in der Folge zu Tauwasserschäden im Dachboden und zu Schimmelbefall.

6. Undichter Keller
Damit Keller auch bei hohem Grundwasserstand trocken sind, müssen sie wie eine "Wanne" wirken, die im Extremfall "schwimmen" könnte. Dazu müssen alle "Schwachstellen" auf Dauer dicht sein. Die Ursachen für undichte Keller finden sich von der Planungsphase bis zur Ausführung auf der Baustelle. Danach liegt eine weitere Quelle in der unsachgemäßen Ausführung von Arbeiten im Außenbereich.

7. Risse in Holzbauteilen
Solche Risse sehen nicht nur unschön aus, sondern können auch die Stabilität eines Bauteils erheblich einschränken. Die Ursache liegt zumeist im Einbau von zu nassen Hölzern. Diese Schwinden beim Trockenen stark und reißen daher.

8. Entwässerung von Kelleraußentreppen
Dieses Thema wird zu oft stiefmütterlich behandelt. Schon in der Planung muss darüber nachgedacht werden, wie das Wasser, das sich unweigerlich im Bereich der Kelleraußentreppe sammeln wird, kontrolliert abgeführt werden kann. Dies ist wichtig, damit es nicht zu Feuchtigkeits- oder auch Frostschäden kommt.

9. Risse im Estrich

Risse im Estrich sind Sollbruchstellen für unvermeidbare Bewegungen im Bau. Verarbeitungsfehler und falsche Materialzusammensetzung oder nicht ausreichend dehnfähige Anschlüsse zu den angrenzenden Bauteilen führen zu ungewollten Rissen im Estrich. Sie zeigen sich zum Beispiel durch deutlich wahrnehmbare Knack- und Knarz-Geräusche beim Begehen.

10. Undichte Lüftungsanlagen
Es kommt vor, dass Lüftungsanlagen nicht dicht eingebaut werden. Häufigster Mangel ist die Verklebung von Stoßstellen mit ungeeigneten Materialien und der undichte Einbau von Wanddurchführungen. So entstehen Luftströme an der falschen Stelle, was wiederum das Energiesparpotenzial von Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung mindert. Außerdem gelangt Feuchtigkeit mit der Luft in Bauteile, wo diese zu Schimmelbildung und Schäden am Mauerwerk führen können.

Für Bauherren gilt daher: Wer das Projekt Eigenheim ohne großen Ärger in die Tat umsetzen möchte, sollte den Hausbau dementsprechend sorgfältig planen und auf eine kompetente Beratung und Bauausführung setzen. Mit einer baubegleitenden Qualitätskontrolle durch unabhängige Bausachverständige gehen Bauherren beim Hausbau auf Nummer sicher.

Quelle: aktion-pro-eigenheim.de; Text und Bild: Verein zur Qualitäts-Controlle am Bau e.V.

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Nachrichten-Informationen

Datum: 26.11.2015 23:11Uhr
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